Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. 

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) ist der bundesweite Zusammenschluss der wichtigsten Organisationen der Suchthilfe und Suchtprävention. Sie bündelt Fachwissen zu Sucht und Prävention und unterstützt Einrichtungen, Fachkräfte und die Öffentlichkeit mit verlässlichen Informationen.

DHS

Die wichtigsten Aufgaben der DHS im Überblick
 

1. Fachliche Koordination der Suchthilfe
  • Vernetzung von Beratungsstellen, Kliniken, Selbsthilfe und Präventionsakteuren
  • Austausch von Best‑Practice‑Ansätzen
  • Entwicklung gemeinsamer Standards
2. Prävention & Gesundheitsförderung
  • Erstellung von Informationsmaterialien
  • Durchführung von Präventionskampagnen
  • Unterstützung von Schulen, Kommunen und Fachkräften
3. Unterstützung der Selbsthilfe
  • Beratung und Stärkung von Selbsthilfegruppen
  • Förderung von Austausch und Qualifizierung
4. Forschung, Daten & Monitoring
  • Sammlung und Bewertung aktueller Entwicklungen im Suchtbereich
  • Veröffentlichung von Berichten, Analysen und Fachpapieren
  • Früherkennung neuer Trends und Risiken
5. Politische Interessenvertretung
  • Beratung von Politik, Ministerien und Sozialversicherungsträgern
  • Einbringen fachlicher Positionen in Gesetzgebungsprozesse
  • Einsatz für eine evidenzbasierte, menschenrechtsorientierte Suchtpolitik
6. Öffentlichkeitsarbeit
  • Bereitstellung verlässlicher Informationen für Medien, Fachkräfte und die Bevölkerung
  • Aufklärung über Risiken von Alkohol, Tabak, illegalen Drogen und Verhaltenssüchten

 

DHS Jahrbuch SUCHT 2026
 

Kurzfassung 

Das DHS Jahrbuch Sucht 2026 zeigt aktuelle Trends zum Konsum von Alkohol, Tabak/Nikotin, Cannabis, illegalen Drogen und Medikamenten in Deutschland. Die Daten belegen eine hohe gesundheitliche Belastung, weiterhin steigende Risiken bei einzelnen Substanzen und deutliche politische Handlungsbedarfe.

Zentrale Ergebnisse

Alkohol: 69 % der Erwachsenen tranken in den letzten 30 Tagen Alkohol; rund 3,8 Mio. Menschen sind missbräuchlich oder abhängig. Alkohol verursacht jährlich 44.000 Todesfälle und ist eine der führenden vermeidbaren Todesursachen.

Deutschland liegt bei der Alkoholpolitik im europäischen Vergleich auf dem vorletzten Platz.

Tabak & Nikotin: Rauchen stagniert auf hohem Niveau (33,7 % der Erwachsenen). E‑Zigaretten und Tabakerhitzer werden besonders bei jungen Erwachsenen häufiger genutzt. Die Tabakkontrollpolitik gilt als unzureichend.

Medikamente: Schätzungsweise 1,5–1,9 Mio. Menschen sind abhängig – vor allem von Benzodiazepinen und Z‑Substanzen. Viele Abhängigkeiten bleiben unerkannt und unbehandelt.

Cannabis: 9,8 % der Erwachsenen konsumierten im letzten Jahr Cannabis. Cannabinoidbezogene Störungen sind nach Alkohol der zweithäufigste Grund für Suchthilfe. Stationäre Behandlungen steigen weiter an.

Illegale Drogen: 14,1 % der Erwachsenen haben mindestens einmal im Leben eine illegale Droge konsumiert. Bei Jugendlichen bleibt der Konsum stabil, bei Erwachsenen steigt er.

Forderungen der DHS

Die DHS fordert eine evidenzbasierte, ideologiefreie Suchtpolitik, stärkere Prävention, bessere Regulierung (v. a. Alkohol & Tabak) und eine gesamtgesellschaftliche Strategie, um Stigmatisierung abzubauen und Gesundheit zu schützen.

 

Website für weitere Recherchen: 

http://www.dhs.de