Die wichtigsten Aufgaben des BKA im Überblick
1. Bundesweites Lagebild Rauschgift erstellen
- Das BKA veröffentlicht jedes Jahr das „Bundeslagebild Rauschgiftkriminalität“.
- Es zeigt Trends zu Konsum, Handel, Schmuggel, neuen Substanzen und Beschlagnahmungen.
- Grundlage für Politik, Prävention und Sicherheitsbehörden.
2. Zentrale Ermittlungen bei internationalem Drogenhandel
- Das BKA übernimmt Fälle, die länderübergreifend oder international sind.
- Zusammenarbeit mit Europol, Interpol, Zoll, Landeskriminalämtern und ausländischen Behörden.
- Fokus auf organisierte Kriminalität, Großschmuggel, Darknet‑Handel und Geldwäsche.
3. Analyse neuer Drogen & Frühwarnsystem
- Das BKA identifiziert neue psychoaktive Substanzen (NPS).
- Meldet gefährliche Stoffe an nationale und europäische Frühwarnsysteme.
- Unterstützt Labore und Behörden bei der Bewertung von Risiken.
4. Unterstützung der Länderpolizeien
- Technische und analytische Unterstützung bei komplexen Ermittlungen.
- Spezialwissen zu Darknet, Kryptokommunikation, internationalen Lieferketten.
- Gemeinsame Ermittlungsgruppen bei großen Verfahren.
5. Prävention & Öffentlichkeitsarbeit
- Bereitstellung von Daten und Analysen für Präventionsarbeit.
- Zusammenarbeit mit Schulen, Behörden und NGOs.
- Aufklärung über Trends wie synthetische Opioide, Kokainmärkte, Online‑Handel.
Bundeslagebild Rauschgiftkriminalität 2024
→ Bundeslagebild Rauschgiftkriminalität 2024 (PDF) herunterladen
Kurzfassung:
2024 ist die Zahl der registrierten Rauschgiftdelikte in Deutschland deutlich gesunken – vor allem wegen der Teil‑Legalisierung von Cannabis. Gleichzeitig zeigt das Lagebild: Die Verfügbarkeit harter und synthetischer Drogen bleibt hoch, teils steigt sie weiter an.
Zentrale Entwicklungen
- 228.104 Rauschgiftdelikte (–34 %), 175.669 Tatverdächtige (–34 %).
- 2.137 Drogentote (–4 %), aber starker Anstieg bei Todesfällen durch NPS, Fentanyl und Nitazene.
- Kokainhandel nimmt weiter zu (+10,5 %); Reinheit bleibt hoch.
- Synthetische Drogen: Rekordzahl illegaler Labore, erstmals „Kombi‑Labore“ für mehrere Wirkstoffe gleichzeitig.
- NPS: Sicherstellungen +208 %, besonders Ketamin und synthetische Cannabinoide.
- Darknet & Social Media bleiben zentrale Vertriebswege; professionell organisierte Vendor‑Netzwerke agieren global.
Cannabis
- Rückgang der Delikte durch neue Gesetzeslage.
- Sicherstellungen: 19,4 t Marihuana, 5 t Haschisch.
- Wirkstoffgehalte steigen weiter an.
Kokain & Heroin
- Kokain: 7.098 Handelsdelikte, 24 t sichergestellt; Verlagerung der Schmuggelrouten nach Spanien/Frankreich.
- Heroin: Rückgang der Delikte, aber weiterhin stabile Verfügbarkeit.
Synthetische Drogen
- Amphetamin, MDMA, Crystal: hohe Produktionskapazitäten, v. a. in NL und zunehmend in DE.
- Crystal: Sicherstellungen +13 %.
- Ketamin: Deutschland wird zur Drehscheibe.
Gefährliche Trends
- Starker Anstieg von Mischintoxikationen (1.707 Fälle).
- Neue synthetische Opioide (Nitazene) verbreiten sich – extrem hohes Risiko schon bei Kleinstmengen.
- „JVA‑Papier“ mit synthetischen Cannabinoiden nimmt zu.
Die Lagebilder der Rauschgiftkriminalität des BKA finden sich auf der Website:
dort unter Suche "Lagebild Rauschgift"