Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
Seit dem 13. Februar 2025 hat die bisherige Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) einen neuen Namen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Mit dieser Neuausrichtung wird die öffentliche Gesundheit in Deutschland gestärkt und der Public-Health-Ansatz noch besser an internationale Standards in der Gesundheitsförderung und Prävention angepasst.
Die wichtigsten Aufgaben des BIÖG im Überblick
1. Unterstützung kommunaler Gesundheitsförderung
- Beratung von Städten, Gemeinden und Landkreisen
- Aufbau lokaler Präventionsstrukturen
- Förderung gesundheitsförderlicher Lebenswelten (Schule, Kita, Vereine, Betriebe)
2. Vernetzung & Koordination
- Zusammenbringen von Gesundheitsämtern, Schulen, Sozialdiensten, Vereinen und Initiativen
- Austausch von Best‑Practice‑Ansätzen
- Förderung gemeinsamer Projekte
3. Bereitstellung von Materialien & Fachwissen
- Entwicklung von Leitfäden, Handlungsempfehlungen und Informationsmaterial
- Unterstützung bei der Planung und Umsetzung von Präventionsmaßnahmen
- Orientierung an wissenschaftlichen Standards
4. Qualitätssicherung & Evaluation
- Unterstützung bei der Wirksamkeitsprüfung lokaler Maßnahmen
- Entwicklung von Qualitätskriterien
- Begleitung von Modellprojekten
5. Förderung von Prävention & Aufklärung
- Stärkung gesundheitsförderlicher Angebote vor Ort
- Unterstützung von Kampagnen zu Sucht, Ernährung, Bewegung, psychischer Gesundheit
- Sensibilisierung der Bevölkerung
Die Drogenaffinität Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2025
Cannabis – aktuelle Entwicklungen und Trends
BIÖG-Forschungsbericht / September 2025
DIE DROGENAFFINITÄT JUGENDLICHER UND JUNGER ERWACHSENER IN DEUTSCHLAND 2025Wesentliche Ergebnisse der Cannabisstudie:
1) Jugendliche (12–17 Jahre): Keine Anstiege nach Legalisierung
- Kein Anstieg bei Angebot, Verfügbarkeit oder Konsum zwischen 2023 und 2025.
- 7,2 % der Jungen und 4,6 % der Mädchen konsumierten in den letzten 12 Monaten.
- Langfristig: Rückgang bei männlichen Jugendlichen seit 2019.
- Problematischer Konsum: 10,7 % der konsumierenden Jugendlichen.
2) Junge Erwachsene (18–25 Jahre): Teilweise Anstieg – aber erwartbar
- Subjektive Verfügbarkeit steigt deutlich: 31,4 % (2023) → 39,2 % (2025).
- 12‑Monats‑Konsum bei jungen Männern steigt signifikant: 26,9 % → 31,6 %.
- Junge Frauen: stabil, keine nennenswerten Veränderungen seit 2019.
- Problematischer Konsum: 13,2 % der konsumierenden jungen Erwachsenen.
3) Freundes- und Bekanntenkreis: Rückgang
- Jugendliche: nur 2,5–3,1 % berichten, dass „die meisten“ oder „alle“ im Umfeld konsumieren.
- Langfristig: kontinuierlicher Rückgang seit 2019.
- Junge Erwachsene: ebenfalls rückläufige Werte seit 2021.
4) Erstkonsumalter
- Durchschnittliches Erstkonsumalter 2025: 17,1 Jahre.
- Keine relevanten Veränderungen gegenüber 2023.
5) Cannabisangebot
- Jugendliche: 19,4 % haben jemals ein Angebot erhalten (stabil).
- Junge Erwachsene: 71,8 %, ebenfalls stabil.
6) Gesamtfazit der Studie
- Keine Hinweise, dass die Teillegalisierung (KCanG 2024) den Konsum bei Jugendlichen erhöht hat.
- Junge Männer zeigen einen moderaten, erwartbaren Anstieg, der Teil eines langfristigen Trends seit 2008 ist.
- Jugendschutzindikatoren stabil: Angebot, Verfügbarkeit, Umfeldkonsum steigen nicht.
- Problematischer Konsum bleibt relevant und unterstreicht die Bedeutung von Prävention.