Facebook

Unterstützen Sie uns - spenden Sie jetzt.

Fakten über Ritalin-Missbrauch

Info-Heft über Kinder-Koks. Das rezeptpflichtige Ritalin wird auf der Straße als "Kiddie-Coke" gedealt und macht das Leben junger Menschen zur Qual.
Bestellen Lesen Video ansehenDownload (PDF ca 33 MB)

Andrea M.

Schülerin, Ritalin-User

"Als ich in der siebten Klasse war, nahm ich zum ersten mal Ritalin. Es wurde mir verschrieben, weil sie mich als leichten ADS-Fall [Aufmerksamkeits- Defizit-Störung] einstuften. Ich hatte das jedoch vorgetäuscht, um eine Entschuldigung für meine schlechten schulischen Leistungen zu haben. Tatsächlich war ich einfach nur faul.

Mir war nie bewusst, dass ich mich selbst abhängig machte, und irgendwann unterschied ich mich überhaupt nicht mehr von irgendeinem anderen gewohnheitsmäßigen Drogenkonsumenten.

Ich nahm ungefähr 40 mg pro Tag. Ich hatte das Gefühl, es würde mir helfen, über den Dingen zu stehen. Manchmal blieb ich mehrere Tage und Nächte lang auf, bis zu dem Punkt, wo ich psychotisch wurde. Es war schlimm. Alles schien zu schmelzen und eine Metamorphose durchzumachen. Ich hatte schreckliche Angst."

Kiddie-Koks (Ritalin)

Umgangssprache für Methylphenidat Szenenamen: Kiddy Coke, Kokain für Arme, Rids, Ritas, Smarties

Ritalin ist der handelsübliche Name eines Präparats mit dem Wirkstoff Methylphenidat. In Deutschland gilt Methylphenidat als sogenanntes verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel, in den USA als Betäubungsmittel der Klasse II - dieselbe Klassifikation wie Kokain, Morphium und Amphetamine. Obwohl Methylphenidat unter bestimmten Umständen beruhigend wirkt und deshalb als "Zappelphilipp-Droge" berüchtigt wurde, ist es gleichzeitig ein potentes Stimulanz, mit dem auf dem Schwarzmarkt gedealt wird.

Ritalin gilt zwar als Medikament, doch können bei seiner Einnahme ernste Nebenwirkungen auftreten wie nervöse Störungen, Schlaflosigkeit, Essstörungen, Herzschlagfrequenzänderungen und Herzbeschwerden. Man kann, wie auch der Hersteller einräumt, davon abhängig werden. Im Juni 2005 veröffentlichte die US Food and Drug Administration, die amerikanische Zulassungsbehörde für Medikamente, eine Reihe von Warnungen, wonach Ritalin und ihm verwandte Substanzen visuelle Halluzinationen, Selbstmordgedanken, psychotisches Verhalten sowie Aggressionen oder gewalttätiges verhalten auslösen können.

Ein Sachverständiger: "Was man den Eltern nicht sagt, ist, dass Kinder hin und wieder allein aufgrund der Einnahme der ihnen verschriebenen Medikamente sterben, dass Kinder, die Stimulanzien nehmen, mit doppelt so großer Wahrscheinlichkeit später auf Drogen landen wie Kinder, die keine rezeptpflichtigen Medikamente einnehmen, und dass ein Drittel aller Kinder, die diese Medikamente einnehmen, innerhalb des ersten Jahres Veraltensstörungen entwickeln.

Erscheinungsform:

Ritalinpillen haben ungefähr die Größe und die Form von Aspirintabletten. Der Name des herstellers ist eingraviert ("Ciba", in Europa seit einigen Jahren "Novartis"). Die Tabletten sind i.d.R. weiß, blassgelb oder blassgrün.

Kurzfristige Effekte:

  • Verminderter Appetit
  • Erhöhter Puls und Blutdruck sowie Fieber
  • Motorische Fehlfunktion (Dyskinesie)
  • Nervosität und Schlaflosigkeit
  • Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen
  • Übererregbarkeit, Aggressivität
  • Verfolgungsideen, Angst
  • Toxische Psychose (teils mit Halluzinationen)
  • Hohe Dosen können zu Krämpfen, Anfällen und zum Tod führen


Langfristige Wirkungen:

  • Entzündung und/oder Verschluss von Blutgefäßen des Gehirns
  • gestörte Leberfunktion
  • Zerstörung der Nasenschleimhaut, wenn es geschnupft wird
  • Atmungsprobleme, wenn es geraucht wird
  • Infektionskrankheiten und Geschwüre, wenn es injiziert wird
  • Gewichtsverlust und geringe/verzögerte Wachstumsgeschwindigkeit
  • Angina pectoris
  • Muskelkrämpfe
  • Blutarmut (Anämie)
  • Bei plötzlichem Absetzen u.a. Depression und psychotische Reaktionen
  • Gehirnschäden, gehirnschlag und möglicherweise Epilepsie