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Fakten über Schmerzmittel

Info-Heft über Schmerzmittel. Sie gelten als "sicher", weil sie von Ärzten verschrieben werden, haben aber mehr Menschen abhängig gemacht als die meisten Straßendrogen.
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Alex S.

Opioid-User

"Ich dachte nicht, dass ich ein Drogenproblem hätte. Ich kaufte die Tabletten ja bei einem Apotheker und sie wirkten sich nicht auf meine Arbeit aus. Ich fühlte mich morgens lediglich etwas müde, das war alles. Dass ich ein Problem hatte, wurde mir erst bewusst, als ich nach einer Überdosis von ungefähr 40 Tabletten in einem Krankenhaus aufwachte. Ich verbrachte 12 Wochen im Krankenhaus, um meine Abhängigkeit zu überwinden."

James W.

Opioid-User

"Als ich zwanzig war, wurde ich rauschgiftsüchtig. Alles begann damit, dass mir nach einer Operation ein Medikament verschrieben wurde. In den Wochen, die folgten, begann ich, die Tabletten nicht nur oral einzunehmen, sondern sie auch zu zermahlen und zu schniefen. Auf diese Weise umging ich die langsame Wirkung und holte mir en schnelles High. Ich konnte es auch spritzen und so ein ähnliches Gefühl wie beim Spritzen von Heroin hervorrufen. Die physischen Entzugserscheinungen sind wahre Höllenqualen."

Schmerzmittel

Wirkstoffe: Codein, Morphin, Hydromorphon, Fentanyl, Hydrocodon, Oxycodon, Buprenorphin, Methadon, Tramadol, Pethidin, etc.


Szenenamen: Mohn, Morphium, Oxy, Synthetisches Heroin, Lollipops, Dolly, Metha, Hepta, Pola, Saft, Soße, Methadose, Dolophine, Juice, Helferlein

Durch die Einnahme von Schmerzmitteln wird die Übermittlung der Nervensignale über das Nervensystem, die wir als Schmerz wahrnehmen, behindert. Die meisten Schmerzmittel stimulieren zudem Teile des “Vergnügungszentrums” des Gehirns und verursachen dadurch neben der Schmerzlinderung auch ein "High". 

Die stärksten Schmerzmittel beinhalten Opiate (aus dem Schlafmohn gewonnene, natürliche Substanzen wie Morphium und Codein) oder Opioide (künstliche Substanzen, die Opiaten ähneln, wie Fentanyl, Methadon, Oxycodon oder Hydromorphon). Sie wirken auf das Nervensystem auf die gleiche Weise ein, wie es Drogen tun, die von Schlafmohn stammen, wie z.B. Heroin. 

Rund 64.000 US Bürger starben im Jahr 2016 an Opioiden, weswegen die US Regierung einen nationalen Notstand ausrief. Doch auch in Deutschland ist der Konsum von Opioiden auf dem Vormarsch. Gemäß einer Statistik des International Narcotics Control Board ist der Pro-Kopf-Verbrauch von Opioiden hierzulande zwischen 2012 und 2015 sprunghaft angestiegen und heute beinahe so hoch wie in den USA.

Solche Schmerzmittel erzeugen zwar eine kurzlebige Euphorie, sind aber ebenso suchterzeugend. Der Konsum von Schmerzmitteln über einen längeren Zeitraum kann zu körperlicher Abhängigkeit führen. Der Körper gewöhnt sich an das Vorhandensein des Wirkstoffs und wenn das Medikament plötzlich abgesetzt wird, treten Entzugserscheinungen auf. Der Körper kann außerdem eine Toleranz gegenüber dem Medikament entwickeln mit der Folge, dass immer höhere Dosierungen erforderlich sind, um die gleiche Wirkung zu erzielen.

Wie alle Drogen betäuben Schmerzmittel lediglich die Schmerzen, gegen die sie genommen werden. Sie “heilen” nichts. Jemand der ständig versucht, den Schmerz zu betäuben, wird feststellen, dass er immer höhere Dosen nimmt - nur um zu entdecken, dass er den Tag nicht ohne das Medikament überstehen kann. 

Erscheinungsformen:

Codein wird gewöhnlich in hustenstillenden Mitteln oder leichten Schmerzmitteln verwendet, in flüssiger Form, als Tabletten und als Kapseln.

Hydrocodon wird unter dem Namen Dicodid unter anderem in rezeptpflichtigen schmerzstillenden Tabletten verwendet. 

Morphin wird meist in Form von Tabletten oder als Injektionslösung zur intravenösen Verwendung unter Handelsnamen wie Substitol, Kapanol, Morixon und Mundidol vermarktet. Es gehört zu den Stufe 3 Opioiden der Weltgesundheitsorganisation und ist als Schmerzmittel für starke und stärkste Schmerzen zugelassen.

Hydromorphon wird unter anderem als Palladon, Jurnista oder Hydal in Form von Kapseln, Tabletten oder als Injektionslösung verkauft. Unter Drogenabhängigen wird es oft als “Apotheken-Heroin” bezeichnet, da es acht Mal stärker als Morphin ist.

Fentanyl kommt in Pflastern, Nasensprays und “Lollipops” vor. Es wird jedoch auch als Injektionslösung oder in Tablettenform verabreicht. Einige der Handelsnamen, unter denen Fentanyl vermarktet wird, sind Abstral, Actiq, Durogesic, Effentora, Fentadolon und Matrifen. Fentanyl zählt zu den gefährlichsten Drogen der Neuzeit. Es gilt als 50 Mal stärker als Heroin.

Oxycodon wird in Deutschland u.a. als Oxygesic, Oxycodon oder Oxycontin gehandelt und als starkes rezeptpflichtiges Schmerzmittel vertrieben. Als extrem starkes Opioid ist es dem Heroin sehr ähnlich und steht ihm in seiner Wirksamkeit in nichts nach, es wirkt sich auf dieselbe Weise auf das Nervensystem aus.

Buprenorphin wird als Norpsan, Subutex, Temgesic oder Transtec unter anderem als Pflaster, Ampullen oder Sublingualtablette verschrieben. Buprenorphin ist ein starkes Schmerzmittel mit hohem Suchtpotenzial.

Methadon wird unter anderem als Polamidon, Eptadone und Methaddict vermarktet und häufig in Form von Tabletten oder Tropfen abgegeben. Methadon stellt sich immer mehr als noch suchterzeugender als Heroin heraus. 

Tramadol ist unter dem Handelsnamen Tramal in Form von Kapseln, Tabletten und Tropfen auf dem Markt verfügbar. In höheren Dosen reduziert Tramadol die Atmung, was zu einem gefährlich flachen Atem führen kann. 

Pethidin wird unter dem Handelsnamen Dolantin unter anderem als Injektionslösung und als Tropfen angeboten. Pethidin erlangte unter anderem Bekanntheit, weil es das Schmerzmittel war, das Michael Jackson vor seinem Tod gespritzt wurde und das damit für sein vorzeitiges Ableben verantwortlich sein könnte.

Kurzfristige Effekte:

  • Verstopfung
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Verwirrung
  • Abhängigkeit
  • Bewusstlosigkeit
  • Atemdepression
  • Erhöhtes Herzinfarktrisiko
  • Koma
  • Tod

Langfristige Wirkungen: 

Längerer Gebrauch kann dazu führen, dass der Körper eine Toleranz gegenüber dem Mittel entwickelt, sodass der User höhere Dosen konsumiert, um dieselbe Wirkung wie am Anfang zu erleben. Im Verlauf der Zeit macht die Substanz den User süchtig. Es treten Entzugserscheinungen auf, wenn die Einnahme nicht fortgesetzt wird. Die Symptome schließen Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit, Verwirrung, Atemdepression, erhöhtes Herzinfarktrisiko und Verstopfung ein. Im schlimmsten Fall drohen Koma und Tod.