Fakten über Drogen

Drogenmissbrauch ist seit Jahrzehnten Teil unserer Gesellschaft. Substanzen wie Alkohol, Tabak und Cannabis sind weit verbreitet und werden besonders von jungen Menschen oft unterschätzt.

In Deutschland zeigen aktuelle Daten des Epidemiologischen Suchtsurveys 2024, dass Alkohol mit einer 30‑Tages‑Prävalenz von 68,6 % die am häufigsten konsumierte psychoaktive Substanz ist (rund 35,3 Mio. Erwachsene). Etwa 4,2 % der 18‑ bis 64‑Jährigen erfüllen Kriterien einer Alkoholabhängigkeit.

Konventionelle Tabakprodukte werden von 21,8 % konsumiert, mit einer Tabakabhängigkeit bei 8,3 % der Bevölkerung. Cannabis wurde im letzten Jahr von 9,8 % (ca. 5,1 Mio. Menschen) konsumiert; etwa 1,0 % gelten als cannabisabhängig.

Auch der Missbrauch von Medikamenten ist relevant: 2,8 % sind abhängig von nicht-opioidhaltigen Schmerzmitteln, weitere Gruppen zeigen problematischen Konsum von Hypnotika und Sedativa.

Diese Zahlen machen deutlich: Der Konsum psychoaktiver Substanzen bleibt hoch und stellt eine erhebliche gesundheitliche und gesellschaftliche Belastung dar. Kontinuierliche Prävention, frühe Aufklärung und niedrigschwellige Hilfsangebote sind entscheidend, um Schäden zu begrenzen und Betroffene zu erreichen.

Übersicht

Alkohol (Ethanol)

Legale und gesellschaftlich weit verbreitete Substanz, die in moderaten Mengen oft unproblematisch erscheint, aber bei regelmäßigem oder übermäßigem Konsum erhebliche körperliche und psychische Schäden verursacht. Das Risiko für Abhängigkeit wird häufig unterschätzt, da Alkohol sozial akzeptiert ist.

Amphetamine

Stimulanzien, die vor allem in der Club‑ und Partyszene genutzt werden, um Müdigkeit zu unterdrücken und Leistungsfähigkeit zu steigern. Sie belasten Herz‑Kreislauf, können starke psychische Nebenwirkungen auslösen und besitzen ein hohes Abhängigkeitspotenzial.

Badesalze / synthetische Cathinone

Künstlich hergestellte Stimulanzien, die unter harmlos klingenden Namen verkauft werden, um gesetzliche Verbote zu umgehen. Die Wirkung ist extrem unberechenbar, oft mit schweren psychischen Krisen, Kontrollverlust und akuten Gesundheitsrisiken verbunden.

Biogene Drogen

Natürliche oder pflanzliche Präparate, deren wirksame Bestandteile psychoaktive Effekte hervorrufen. Reinheit, Dosierung und Wirkung variieren stark, was das Risiko für unerwartete oder gefährliche Reaktionen erhöht.

Cannabis

Wirkt entspannend und verändernd auf Wahrnehmung und Denken. Während körperliche Abhängigkeit selten ist, wird das psychische Abhängigkeitspotenzial häufig unterschätzt. Langfristiger Konsum kann Gedächtnis, Motivation und psychische Stabilität beeinträchtigen.

Crack

Eine hochkonzentrierte, rauchbare Form von Kokain mit extrem schneller und intensiver Wirkung. Crack führt besonders schnell zu starker psychischer Abhängigkeit und ist aufgrund seiner Reinheit und Konsumform besonders gefährlich.

Crystal Meth (Methamphetamin)

Sehr starkes Stimulans mit langanhaltender Wirkung, das körperliche Ressourcen „verbraucht“ und extrem schnell abhängig macht. Konsum führt häufig zu schweren psychischen Störungen, körperlichem Verfall und hohem Risiko sozialer Desintegration.

Ecstasy (MDMA)

Partydroge, die Empathie, Energie und Nähegefühl steigert. Risiken entstehen durch Überhitzung, Kreislaufprobleme, Dehydration und Verunreinigungen. Die tatsächliche Zusammensetzung von Tabletten ist oft unbekannt.

Halluzinogene Pilze

Pilze mit Psilocybin oder Psilocin, die Wahrnehmung und Sinneseindrücke stark verändern. Sie können Euphorie, aber auch Angst, Panik und Kontrollverlust auslösen. Die Wirkung ist schwer vorhersehbar und abhängig von Set und Setting.

Heroin

Stark wirksames Opiat, das schnell körperlich und psychisch abhängig macht. Konsumformen wie Spritzen erhöhen zusätzliche Risiken. Überdosierungen führen häufig zu Atemdepression und sind lebensbedrohlich.

Ketamin

Medizinisches Narkosemittel mit dissoziativer Wirkung, das im Freizeitkontext missbraucht wird. Es kann Realitätswahrnehmung, Motorik und Gedächtnis stark beeinträchtigen und birgt Risiken wie Verwirrtheit, Stürze und Langzeitschäden.

Ketamin-Microdosing

Ketamin ist ein Narkosemittel mit dissoziativer Wirkung. Beim sogenannten Microdosing werden sehr kleine Mengen eingenommen, um Stimmung und Konzentration zu beeinflussen. Die Wirkung ist wissenschaftlich kaum belegt; Risiken wie Gedächtnisprobleme, Realitätsverlust und psychische Abhängigkeit sind möglich.

Kräutermischungen (Spice)

Mit synthetischen Cannabinoiden versetzte Pflanzenmischungen, deren Wirkung oft viel stärker und unberechenbarer ist als bei natürlichem Cannabis. Häufig treten akute psychische Notfälle, Herzprobleme und schwere Vergiftungen auf.

Kokain

Stimulans, das Selbstbewusstsein und Energie steigert, aber Herz‑Kreislauf stark belastet. Es besitzt ein hohes psychisches Abhängigkeitspotenzial und führt oft zu riskantem Konsumverhalten und sozialer Instabilität.

Lachgas

Lachgas wird als Partydroge inhaliert und erzeugt kurze Euphorie und Schwindelgefühle. Der Konsum kann zu Sauerstoffmangel, Bewusstlosigkeit und Nervenschäden führen. Besonders gefährlich ist die Kombination mit Alkohol oder das Einatmen aus Druckbehältern.

Legal Highs

Synthetische Ersatzstoffe, die bekannte Drogen nachahmen, aber aufgrund neuer chemischer Zusammensetzungen zeitweise nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Wirkung und Risiken sind kaum vorhersehbar, da Inhaltsstoffe häufig wechseln.

Liquid Ecstasy (GHB/GBL)

Beruhigend wirkende Substanz mit enger Dosierungsgrenze: geringe Mengen wirken entspannend, etwas mehr führen zu Bewusstlosigkeit oder Atemdepression. Bekannt als „K.O.-Tropfen“, daher besonders riskant und missbrauchsanfällig.

LSD

Stark halluzinogene Substanz, die Wahrnehmung, Denken und Emotionen tiefgreifend verändert. Kann bewusstseinsverändernde Erfahrungen auslösen, aber ebenso psychische Krisen, Angstzustände und Realitätsverlust.

Ritalin (Missbrauch)

Medikament zur Behandlung von ADHS, das bei Missbrauch stimulierend wirkt. In der Szene als „Ersatz-Speed“ genutzt. Risiken umfassen Herzprobleme, Schlafstörungen und Abhängigkeit.

Schmerzmittel (Missbrauch)

Stark wirksame Analgetika, die bei unsachgemäßer Einnahme abhängig machen können. Neben Schmerzlinderung aktivieren sie das Belohnungssystem, was Missbrauch begünstigt. Überdosierungen sind lebensgefährlich.

Schnüffelstoffe

Giftige Dämpfe aus Lösungsmitteln oder Gasen, die kurzzeitig berauschen. Sie wirken wie Narkosemittel und können bereits beim ersten Konsum schwere Organschäden oder akute lebensbedrohliche Zustände verursachen.

Synthetische Opioide (Nitazene)

Nitazene sind hochpotente, künstlich hergestellte Opioide, die um ein Vielfaches stärker wirken als Heroin oder Fentanyl. Schon kleinste Mengen können tödlich sein. Sie tauchen zunehmend in illegalen Mischungen auf und stellen ein erhebliches Risiko für Überdosierungen dar.

Vapes (E-Zigaretten / Einweg Vapes)

Vapes verdampfen Flüssigkeiten mit Nikotin und Aromen, die oft hohe Nikotinkonzentrationen enthalten. Sie können schnell abhängig machen und bergen Risiken für Atemwege und Herz‑Kreislauf, während Langzeitfolgen noch unklar sind.

Medikamentenmissbrauch 

Rezeptpflichtige Medikamente sind nicht automatisch sicher. Werden sie ohne medizinische Indikation konsumiert, können sie abhängig machen, schwere Nebenwirkungen auslösen und ähnlich gefährlich sein wie illegale Drogen.

Aufklärungsmaterialien

Fakten über Drogen

Info-Heft über die Auswirkungen und Folgen des Drogenkonsums und einer Kurzbeschreibung aller einschlägigen Drogen. 

Video-Clip - Mit Drogen ist man cool?

Video-Clip - Das erste Mal macht nicht süchtig?

Video-Clip - Einmal Drogen nehmen schadet nicht?

Video-Clip - Sie haben gelogen

Video-Clip - Die Fakten über Drogen

Video-Clip - Fakten über Drogen: Schlußwort